4. Forderung


Temporeduktionen und Schallschutz, so lange die Schutzziele nicht erreicht werden.

Lärm vermeiden, wo er entsteht, muss immer erste Wahl sein. So lange zu viel Lärm die Schutzziele (siehe Punkt 3) verletzt, weil auch Massnahmen auf dem Ausbreitungsweg nichts nützen, muss trotzdem ohne Ausnahme und Ausreden der Gesundheitsschutz Vorrang haben. So sind, allenfalls temporär,

  • Tempo 30, 50 und 80 einzuführen

  • Schallschutzfenster inklusive Aktivbelüftung und andere Schall dämmende Massnahmenauf Kosten der Strasseninhaber einzubauen


Erläuterung:

Machen wir uns nichts vor: Es gibt in unserem dicht besiedelten Land viele Strassenzüge, wo auch alle kombinierten Lärmschutzmassnahmen zusammen die übermässige Belastung nicht genügend senken. Das ist keine Ausrede dafür, nichts zu unternehmen, um das Ziel einer maximal Belastung von 60 dB am Tag und 50 dB in der Nacht zu erreichen!

Je grösser die Geschwindigkeit, desto lauter ist ein durchschnittliches Fahrzeug. So lange die übliche Lärmsanierung scheitert, indem dem Lärm sog. «Erleichterungen» gewährt und die Schutzziele (siehe Forderung 3) sowie die Gesundheit  der Anwohnenden aufs Spiel gesetzt werden, braucht es als Übergangsmassnahme

  1. Temporeduktionen je nach Strasse 30, 50 oder 80 km/h. Diese sind ein erprobtes
    Mittel und halbieren etwa den Lärm.
  2. wenn dies nicht möglich oder nicht verhältnismässig ist oder nicht genügt*
        a. braucht es zusätzlich Schallschutzfenster
                • ab 60 Dezibel tags und 50 Dezibel nachts (und nicht erst ab 70/65 dB!)               Lärmbelastung
                • inklusive aktive Belüftung der Räume
                • auf Kosten der Eigentümer der Strasse

*Temporeduktionen sind nicht verhältnismässig, wenn z.B. sehr wenige Anwohnende über dem Immissionsgrenzwert, Hochleistungsstrasse, Strassenseite zugleich Schattenseite, Leben findet bereits auf Strasse abgewandter Seite statt.

 

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